Donnerstag, 18. März 2010

23

Es ist bald soweit...
Ich werde wieder mal ein Jahr älter. Ein Jahr... Ich versuche gerade alles zu rekapitulieren was ich in diesem einen Jahr
vollbracht habe. Gehen wir mal ein Stück zurück...

Mein Geburtstag, was ich übrigens nicht verrate (Hallo Koschka! ;P) verlief letztes Jahr ruhig. Sehr ruhig. Keine Party und nur Glückwünsche von Leuten die mir was bedeuten. Insgesamt 6 an dem Jahr. Ich habe meinen Geburtstag noch nie gefeiert. Zumindest nicht freiwillig. Einige Familienfotos beweisen aber, das ich als kleines Kind mal meinen Geburtstag unfreiwillig gefeiert habe. Aber sonst... Es wird auch dieses Jahr so sein. Ruhig und gelassen. Ich will das so.
Was ist noch passiert?
Ich habe gelernt über mich hinaus zu gehen. Wenn man am Boden liegt, einfach weitermachen... auch im liegen. Ich habe letztes Jahr, wegen übermäßigem Verzehr von Bier (und wenn ich sage "übermäßig, dann meine ich ÜBERMÄßIG) und ungesundem Essen einige Pfunde zugenommen... Die ich zwar langsam aber sicher wieder abbaue. Aber ein bisschen hat sich noch angesetzt.
Ich hatte einen Blackout wegen des Alkohols und war mit der Schwester eines Mitbewohners im Bett. Bei näherem Betrachten eine unschöne Situation. Das lustige an der ganzen Sache war, dass am Morgen noch ein Mitbewohner im Bett war. Zwar nicht ganz nackt, aber ich hatte für einen kurzen Moment das eine Gedacht. Aber es stellte sich heraus, dass er durch Alkoholkonsum sein Zimmer nicht gefunden hatte.
Letztes Jahr hatte ich zum ersten Mal einen Smoking an. Schönes Gefühl, dass man es irgendwann wiederholen müsste. Insgesamt habe ich gelernt, wie man sich vernünftig, akademisch kleidet. Schuld war eine Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung. Das man eine gestreifte Krawatte nicht zu gestreiften Hemden tragen darf und das braune Kleider mir am besten stehen. Oder, dass eine Uhr und ggf. ein Ehering die einzigen Schmuckstücke sind, was ein Mann tragen darf. Ich habe viel gelernt und wenn ich mich so angucke... Ich trage weder Uhr, noch Ehering. Ich laufe nicht mehr mit Hemd, Krawatte und Stoffhose rum. Weil ich gemerkt habe, dass ich das, was ich letztes Jahr repräsentiert hatte, nicht war. Ich mag Streetware. Ich liebe karierte Hemden und Chucks. Ich möchte nicht wie ein Schnösel rumlaufen und behaupten, dass ich was besseres sei, weil ich mich kleiden kann. Ich habe nicht mal einen Abi. Also habe ich alles, was ich in Hamburg hatte aufgegeben um in die alte Heimat zurückzuziehen. Durch meinen besonderen Talent in "spontan sein", fand ich sofort einen Job. Sogar noch bevor ich eigentlich zurückziehen konnte. Und dann kam alles ziemlich schnell. Wohnung, Beförderung zum Chefkoch und eine komplette Küche für 200€.
Ich lernte meine besten Freunde besser kennen und machte Bekanntschaften mit neuen Leuten, die nicht mehr nur Statisten, sondern mittlerweile ein Bestandteil meines Lebens sind. Das beste und auch gleichzeitig das schlechte an Menschen für die man Gefühle entwickelt, sei es Hass, Sympathie, Mitleid, Lust o.ä. ist, dass sie einen prägen. Für mich ist es leicht Gefühle zu unterdrücken bzw. nicht nach Außen zu transportieren. Einfach lächeln und akzeptieren. Aber ich habe auch gemerkt, dass die Gutmütigkeit anderen Gegenüber für mich fatale Folgen hat. Arbeitsmäßig und Privat. Je größer die Erwartung, desto größer die Enttäuschung.
...Ich glaube, dieser Spruch beschreibt mein letztes Jahr.

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